Historisch - Um 1900
 

Im 19. Jahrhundert wurde das Fabrikgebäude auf dem Fischerkietz Nr. 6 eröffnet. Eine Weißgerberei nahm hier ihre Arbeit auf. Das war das Ende für das Anglerparadies. Schon wenige Jahre später, nach Erfindung der Glühbirne, eröffnete im Jahre 1896 das erste öffentliche Elektrizitätswerk von Edison. Die Firma Willing und Violett baute ihr erstes Elektrizitätswerk und versorgte mit 800 Lampen die gesamte Altstadt. 1906 zog die Firma in ein Werk am Igelpfuhl, da die Leistung nicht mehr genügte.
Im gleichen Jahr entstand die Villa am Fischerkietz, damals schon ein Anziehungspunkt.

In das Fabrikgebäude zog der Färbermeister Oswald Schulz. Er kümmerte sich fortan um die Kleidung der Strausberger, indem er sie reinigte oder auch färbte. Nach seinem Tod sollen sich hier zeitweilig eine Getränkeabfüllfabrik und eine Schlosserei befunden haben.
Mitte der 30er Jahre ging das Gebiet wegen Überschuldung der Eigentümer in die Hand der städtischen Sparkasse über. Fast 30 Jahre verwaltete die Stadt die beiden Gebäude. Im Jahre 1957 lebten 102 Menschen im Fischerkietz. In den 60er Jahren befanden sich auf dem Gelände die "PGH Einigkeit" und Einrichtungen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Ab 1977 war hier der Sitz der städtischen Bibliothek.